Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten – unter den aktuellen Krisen leiden nicht nur die Menschen in den Regionen. Sie haben auch globale Auswirkungen auf den Welthandel und die Schifffahrt. Besonders betroffen sind die Seeleute, die ihre Arbeit in stürmischen Zeiten verrichten müssen. Unsicherheiten und Gefahren begleiten zunehmend ihren Alltag fernab ihrer Heimatländer und Familien. Bedeutender denn je sind daher kleine Oasen der Ruhe und Orte der Harmonie, an denen sich die Seele der Seefahrer ein wenig ausruhen und entspannen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist die vor 16 Jahren gegründete Evangeelne Meremisjon Paldiski, die Seemannsmission in Estlands zweitgrößten Frachthafen Paldiski und ihr Seemannsclub im Zentrum der Hafenstadt. Der „International Seamen’s Club Wulf Plesmann“ ist ein Treffpunkt für die friedliche Begegnung von Seefahrern aller Nationen und Religionen.
Das Team der Meremisjon unter Leitung von Riina Kangro sorgt als Gastgeberin für eine menschliche und freundschaftliche Atmosphäre im Club. Mit Hilfe Ihrer Spenden, um die wir erneut mit unserem Brief bitten, ist es gelungen, den Betrieb auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten. Und nicht nur das: In den letzten Jahren wurden die Räumlichkeiten im Eingangsbereich renoviert und im Inneren weiter verschönert. Schon länger bietet der Club gemütliche Sitzecken, einen Billardtisch, eine Bar, Leihräder und einen separaten Raum mit PC und W-LAN, der den Kontakt mit Angehörigen in der Heimat möglich macht. Die Seefahrer haben kostenlosen Zutritt zum Club und zahlen nur ihre Getränke zum Selbstkostenpreis. Das gesamte Team der Seemannsmission arbeitet rein ehrenamtlich.
Vom Hafen ins Zentrum in den Club und zurück kommen die Seefahrer nur mit Hilfe des blauen Multivans der Meremisjon. Teure Taxifahrten können sie sich nicht leisten. Der Transporter ist daher neben dem Seemannsclub ein weiterer wichtiger Baustein zum Funktionieren dieses sozialen „Leuchtturms“ der Nächstenliebe. Im zurückliegenden Jahr haben 24 Crews von Seeleuten unterschiedlicher Nationen den Club besuchen und dort ihre Freizeit verbringen können.
Dankbare Reaktionen von Schiffsbesatzungen aus aller Welt motivieren das Team der Meremisjon immer wieder. Riina berichtete uns über ein Beispiel: Zu unserer großen Überraschung erhielten wir heute einen Brief von Marie-Claudia aus Kanada. Es war am 6. Januar 2025, als das Schiff „Gaia Desagnes QC Canada“ in Paldiski vor Anker lag. Marie-Claudia hatte einen Landgang und besuchte unsere Mission. Es ist wirklich wie bei einer Flaschenpost: Es hat über ein Jahr gedauert, bis der Brief uns erreichte. Sie schrieb: ‚Ich möchte mich noch einmal für euren herzlichen Empfang bedanken, als unser Schiff in Paldiski lag. Es war mir eine große Freude, Estland zu entdecken. Ich bin sehr dankbar, dass ihr mir dieses ermöglicht habt. Ich wünsche euch alles Gute. Herzliche Grüße!‘ Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welche Freude und welches Glück wir empfanden, als wir den Brief lasen. Deshalb machen wir unsere Arbeit – um unseren lieben Seeleuten das Gefühl zu geben, dass man auf sie wartet und sie liebt, dass man sie erwartet, dass wir bereit sind, zu helfen und zu verstehen, bereit, ihren Problemen zuzuhören, ihre Freude und ihr Glück zu teilen, uns die Bilder ihrer Kinder und ihrer Lieben anzusehen“, so Riina
Für den Aufbau der Meremisjon Paldiski haben sich seit 2000 in besonderer Weise der Anfang 2025 im Alter von 94 Jahren verstorbene Diakon und Stiftungsgründer Wilhelm Seehase sowie der 2012 verstorbene Kapitän zur See a.D. Wulf Plesmann engagiert. Ihr Vermächtnis und Lebenswerk will die Stiftung Seemannshilfe mit Sitz in Berlin weiter in die Zukunft führen. Der Betrieb des Clubs und des Multivan-Transporters mit Wartung, Versicherung und Spritkosten verursachen regelmäßige Fixkosten, die nur mit Spendenhilfe zu bewältigen sind. Unsere Stiftung unterstützt die Meremisjon Paldiski nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch konkret durch finanzielle Zuwendungen. Da wir selbst nur ehrenamtlich tätig sind, sind wir auf Ihre dankenswerte Spendenhilfe angewiesen, damit wir wiederum selbst in Paldiski helfen können. Sie erhalten von uns natürlich eine Spendenbescheinigung.











