Das wunderbare und zugleich aufmunternde Bibelzitat leitet in diesem Frühjahr den Gemeindebrief der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinden in Estland aus der Feder von Pfarrer Matthias Burkhardt ein. Er passt in besonderer Weise zum gesellschaftlichen Ausnahmezustand, der nicht nur unser Land im Griff hat. Zum Teil bis in den Mai hinein mussten die Gläubigen auch anderer Konfessionen in Estland auf den Besuch von Gottesdiensten verzichten – eine hohe seelsorgerische Herausforderung für alle Pfarrer.

Auch für unsere Brüder und Schwestern der Paldiski Evangeelne Meremisjon stellen die Kontaktbeschränkungen eine enorme Herausforderung dar. Der Zutritt zu den vor Anker liegenden Frachtschiffen war längere Zeit kaum möglich. Zu groß die Sorge der Reedereien vor einer Infektion mit dem Coronavirus mit erheblichen Konsequenzen für die Besatzung und das Schiff. Umgekehrt ist für die Seeleute bis auf weiteres der Landgang erschwert und der Besuch des Seemannsclubs verwehrt. Hoffnung besteht, dass zumindest Bordbesuche mit Schutzmasken und Sicherheitsabstand wieder durchgeführt werden können. Lange Zeit gab es keine Masken für das Team der Meremisjon. Unsere Stiftung hat daraufhin dreimal mit Erfolg die Lieferung von Masken unterschiedlicher Modelle nach Paldiski organisiert, was generell auch die allgemeine Bewegungsfreiheit des Teams unter Leitung von Riina Kangro vergrößert.

Untätig ist man in Paldiski dennoch keineswegs. Die freie Zeit wird genutzt, um die Räumlichkeiten des Seemannsclubs „Kapitän a.D. Wulf Plesmann“ auf Vordermann zu bringen, zu renovieren und Mobiliar zu erneuern. Des Weiteren erfolgte eine Runderneuerung des Multivan-Transporters, der für die Arbeit der Meremisjon zentrale Bedeutung hat. So wird alles einsatzbereit und in Schuss sein, wenn die Situation endlich wieder die Betreuung der Seeleute an Bord und an Land zulässt. Eine äußerst schwierige Zeit für Riina und ihr Team, da die normalen Betriebskosten für den Unterhalt des Clubs und den Transporter nahezu unverändert weiterlaufen, eine aktive Nutzung derzeit aber noch nicht möglich ist. An der durch die Pandemie entstandenen Lage können wir nichts ändern, wohl aber ein Stück weit mit Hilfe und Unterstützung unserer Spender die finanziellen Sorgen der Meremisjon lindern.

Wir sind also dankbar für jedwede Spende in jedweder Höhe. Ein gutes Beispiel: Immer wieder auch erleben wir menschlich besonders anrührende Kontaktaufnahmen. Die Witwe eines ehemaligen Seefahrers schrieb uns: „Mein verstorbener Mann ist drei Jahre zur See gefahren (1934 - 1937), ausgebildet im Hamburger Seeamt.“ Durch einen Artikel in der Kirchenzeitung „Die Kirche“ wurde sie auf die Stiftung Seemannshilfe aufmerksam. Der Tätigkeit ihres Mannes verdankt sie eine kleine Zusatzrente aus der Seekasse von monatlich 100 Euro. Zum Zeichen der Verbundenheit mit der Seefahrt und den Seeleuten möchte sie fortan eine Monatsrente pro Jahr unserer Stiftung als Spende zukommen lassen. Es sind Begebenheiten wie diese ebenso wie die Zuwendungen, die wir von anderen Unterstützern erhalten, die uns zu großer Dank barkeit verpflichten und motivieren, das ehrenamtliche Engagement für die Meremisjon in Paldiski ohne Einschränkungen fort zusetzen und weiter auszubauen.

Mittlerweile engagiert sich in der Stiftung ein mit vielseitigen beruflichen Kompetenzen und persönlichen Qualifikationen ausgestattetes Team aus vier Vorstandsmitgliedern und elf Mitgliedern des Stiftungsrats. Besonders freut uns, dass Pfarrer Matthias Burghardt, der unser Repräsentant in Estland ist, kürzlich von der Pfarrerkonferenz der Estnischen Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK) zum „Pfarrer des Jahres“ gewählt wurde.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Spende. Sie ist wie immer steuerlich abzugsfähig. Natürlich erhalten Sie von uns eine Spendenbescheinigung.

 

PS:
Der eingangs erwähnte Gemeindebrief von Pfarrer Matthias Burghardt beinhaltet regelmäßig auch weitergehende Informationen zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehen in Estland. Wer am kostenlosen Bezug des Gemeindebriefes interessiert ist, sollte sich unter Angabe seiner E-Mail-Adresse direkt an Herrn Dr. Mathias v. Bredow
(bredow@pr-spezial.de ) wenden. Er wird dann für die Aufnahme in den E-Mail-Verteiler sorgen.