Auch nach dem Tod von Wulf Plesmann wird die Hilfe unseres Vereins für die Brüder der Estnischen Seemannsmission in Paldiski nicht aufhören

Trauer und Bestürzung herrschten in unserem Verein ebenso wie im Team der Estnischen Seemannsmission (Meremisjon) in Paldiski, als der Tod Wulf Plesmanns bekannt wurde. Im April 2012 erlag er einem tückischen Krebsleiden. Der pensionierte Kapitän, ehemals Leiter der Kieler Seemannsmission und langjähriges Mitglied unseres Vereins, war das entscheidende Verbindungsglied zur Meremisjon. Einmal pro Jahr reisten er und seine Frau Liselotte im Auftrag der Deutschen Evangelischen Seemannsmission e. V. (DESM), Berlin, nach Estland, um vor Ort für die estnischen Brüder die notwendige Beratung und logistische Unterstützung zu leisten.

Die Liste seiner ausschließlich ehrenamtlichen Leistungen in Paldiski ist lang: Beratung bei organisatorischen und finanziellen Fragen, Teilnahme an der jährlichen Mitgliederversammlung und Prüfung der Vereinskonten und der Verwendung der Spendenmittel. Wulf Plesmann führte auch immer wieder Gespräche mit lokalen Funktionsträgern aus Politik und Wirtschaft und kämpfte für eine dauerhafte öffentliche Förderung der Einrichtung, die sich bis zum heutigen Tage nur durch Spenden unseres Vereins oder dritten Personen und aus den Erlösen eines Second-Hand-Kleidershop finanzieren kann. Die Sammlung von Textilien und deren Transfer nach Estland wird zum Teil ebenfalls durch unseren Verein organisiert - manchmal stellte Wulf Plesmann dafür sein Privatfahrzeug zur Verfügung.

Nicht zuletzt durch sein Wirken wurde seit der Gründung der Meremisjon Paldiski im Jahr 2000 schon vieles erreicht: Trotz bescheidener Finanzmittel ist die Einrichtung ein soziales Leuchtturmprojekt für Paldiski geworden. Sie ist die einzige Anlaufstelle für Seefahrer aller Nationalitäten, die in den beiden Häfen vor Anker gehen. Es gibt für sie ansonsten in der ganzen Stadt weit und breit kein Angebot, keine Institution, bei der sie menschliche oder organisatorische Hilfe erhalten können. Keinen Ort, an dem sie für einige Momente die Trennung von ihren Familien und ihrer Heimat vergessen können, an dem sie mit Problemen und Ängsten Gehör finden. Vieles wurde in den letzten Jahren mit der Unterstützung unseres Vereins erreicht: In Eigenarbeit wurde eine Parterrewohnung im Zentrum von Paldiski zu einem kleinen und gemütlichen Seemannsclub umgestaltet. Neben dem Clubraum mit Bar und TV gibt es ein Büro, ein Zimmer für Seeleute zum Übernachten und ein WC mit Waschgelegenheit.

Glücklicherweise kann das bisher Erreichte trotz des Todes von Wulf Plesmann auch in Zukunft fortgeführt werden. Mit Horst Geiger (Foto rechts), Schatzmeister der Lübecker Seemannsmission, konnten wir einen ebenso praxiserfahrenen wie engagierten Nachfolger finden, der nun beherzt in die Fußstapfen des Verstorbenen tritt. Horst Geiger war bereits in 90er Jahren schon einmal an den Aktivitäten unseres Vereins zur Unterstützung der Estnischen Seemannsmission in Muuga / Tallin maßgeblich beteiligt und besitzt als langjähriger Funkoffizier und Zahlmeister,  u. a. auf dem Passagierschiff „Europa“ und dem Forschungsschiff „Polarstern“ ähnlich wie der verstorbene Wulf Plesmann eine besondere Ader für die Seefahrer in aller Welt und ihre Sorgen und Nöte. Auch ist er erfahren im Umgang mit Behörden, Medien und potenziellen Sponsoren. 

Also können wir mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Allerdings - die Meremisjon Paldiski erhält nach wie vor keine Zuwendungen von öffentlicher Seite. Daher ist auch künftig Ihre Unterstützung in Form von Spenden unverzichtbar. Trotz des ausschließlich ehrenamtlichen Engagements des Teams ist allein der Betrieb der Einrichtung - Fahrzeugkosten, Energiekosten, Kosten für den Erhalt von Räumlichkeiten und Mobiliar, Büroausstattung u.v.m. - eine finanzielle Gratwanderung. Mindestens 12.000 EUR müssen jährlich zusammenkommen, um halbwegs sicher in den Hafen des jeweils nächsten Jahres einlaufen zu können

Daher möchten wir Sie um Ihre Spenden auf beiliegendem Überweisungsträger bitten. Helfen Sie uns, beim Erhalt dieses großartigen christlichen Leuchtturmprojekts in Paldiski Hilfe leisten zu können. Natürlich erhalten Sie auch eine Spendenbescheinigung!

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Diese Spendenbitte erfolgte mit dankenswerter Unterstützung der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland mbH (WGKD), Hannover, eine Selbsthilfeeinrichtung der evangelischen und katholischen Kirche. Wir empfehlen die Website des Unternehmens (http://www.wgkd.de) Ihrer Aufmerksamkeit. Sie finden dort Angebote, mit denen Kirchengemeinden und teilweise auch Mitarbeiter/innen der Kirchen bei vielen Dingendes täglichen Lebens Geld sparen können.